Kündigung in der privaten Krankenversicherung

Wichtig: man sollte nie die private Krankenversicherung kündigen bevor die schriftliche Versicherungsbestätigung des neuen Versicherers vorliegt. Bei den Verträgen ist das Versicherungs- und das Kalenderjahr zu unterscheiden. Das Versicherungsjahr beginnt zum Zeitpunkt des Versicherungsbeginns. Die meisten Versicherungsunternehmen „überführen“ das erste Versicherungsjahr am 31.12. in das Kalenderjahr. Die private Krankenversicherung kann in diesem Fall zum Ende eines jeden Kalenderjahres mit einer Frist von 3 Monten gekündigt werden. Dennoch definieren einige PKV-Unternehmen ausschließlich das Versicherungsjahr (12 Monate Vertragsdauer ab Versicherungsbeginn). In diesen Fällen gilt für eine Kündigung das Versicherungsjahr, dass durch den ursprünglichen Beginnmonat erklärt ist. Auch hier muss die Kündigung 3 Monate vorher beim Versicherer eingehen Die Kündigung kann auf einzelne mitversicherte Personen oder Tarife beschränkt sein. Wenn die Versicherungspflicht eintritt, kann die Krankheitskostenversicherung innerhalb von max. zwei Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht rückwirkend gekündigt werden. Falls der Versicherer Leistungen einschränkt oder Beiträge erhöht kann der Versicherungsnehmer innerhalb eines Monats nach Kenntnis den Vertrag aufheben. Bei den sog. Teilkostentarifen wie Krankentagegeldtarife, Krankenhaustagegeld- oder Zweibettzimmerabsicherung haben einige Versicherer die Möglichkeit den Versicherungsvertrag innerhalb der ersten 3 Jahre zu kündigen. Wenn der Versicherer Tarifbestandteile oder einzelne mitversicherte Personen aus dem Vertrag kündigt, hat der Versicherungsnehmer die Möglichkeit, innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt des Schreibens den restlichen Vertrag zu kündigen. Die private Pflegepflichtversicherung kann gekündigt werden, wenn eine Person wieder versicherungspflichtig wird. Man kann dann binnen zwei Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht kündigen (zum Versicherungsvergleich). Endet die private Krankenversicherung, so kann die dazugehörige Pflegeversicherung mit Dreimonatsfrist zum Jahresende aufgehoben werden. Bei Beitragserhöhung durch Umstellung der Tarife, Beitragsanpassung oder Leistungsminderung ist eine Auflösung der privaten Pflegeversicherung möglich. Es muss aber eine neue private Pflegeversicherung nachgewiesen werden. Rente im Alter sichern.

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Krankenversicherungen

Weitere Infos zur PKV:

Wer wird bei einer Privaten Krankenversicherung versichert?

Die Private Krankenversicherung steht laut Gesetz nicht jedem offen. Derzeit sind etwas 10% in Deutschland bei den Privaten versichert. Folgende Gruppen können entscheiden, ob Sie sich privat Krankenversichern:

Selbständige, Freiberufler, Unternehmer:

Personen dieser Gruppe (außer Landwirte und Künstler) sind nicht versicherungspflichtig. Sie können sich entscheiden, ob sie ohne Krankenversicherungsschutz leben und dann ihre Arztrechnungen aus der eigenen Tasche bezahlen, ob sie freiwillig in die gesetzliche Krankenversicherung eintreten oder ob sie eine private Versicherung abschließen. Die meisten Kunden der privaten Krankenversicherungen gehören zu dieser Personengruppe.

Angestellte und Arbeiter, die mehr als 45.900 € p.a. verdienen:

Der Gesetzgeber hat eine Versicherungspflichtgrenze eingeführt, die derzeit bei 45.900 € Jahreseinkommen liegt. Arbeitnehmer, die unterhalb dieser Grenze liegen müssen in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben. Diejenigen die mehr verdienen, können entscheiden, ob sie freiwillig in der gesetzlichen bleiben oder zu einem privaten Anbieter wechseln. Viele entscheiden sich für die letztere Variante, da den hohen Gesundheitsleistungen häufig niedrigere Beiträge gegenüber stehen. Außerdem übernimmt der Arbeitgeber in der Regel die Hälfte der monatlichen Kosten.

Für Ärzte/Zahnärzte und AIPs haben die privaten Krankenversicherungen häufig vergünstigte Medizinertarife, so dass diese Personengruppe in der privaten Versicherung sehr günstig davon kommt.

Beamte:

Wer im öffentlichen Dienst verbeamtet ist oder als Angestellter Anspruch auf Beihilfe hat, kann sich privat versichern. Diese Gruppe muss prinzipiell ihre Arztrechnung unabhängig vom Gehalt selber bezahlen, bekommt aber einen Kostenzuschuss, der nicht gering ausfällt. Z.B. bekommt ein Beihilfeberechtigter mit 2 Kindern 70% der Kosten erstattet. Die restlichen 30% können preisgünstig über eine Private Krankenversicherung abgedeckt werden. Daher sind ziemlich viele Beamte Mitglied in einer privaten Krankenversicherung. Selbstverständlich steht den Beihilfeberechtigten auch der Weg in die gesetzliche Krankenkasse offen, allerdings müssen sie hier den vollen Beitrag zahlen.

Studenten:

Studenten sind bis maximal zur Vollendung des 28. Lebensjahrs über die Eltern versichert. Danach profitieren Sie bis längstens zur Vollendung des 30. Lebensjahrs oder bis zum 14. Fachsemester von den günstigen Beiträgen der gesetzlichen Krankenkassen. Nach dieser Zeit haben sie die Möglichkeit zu einer privaten Versicherung zu wechseln.

Was wird dem Versicherungsnehmer geboten?

Die Privaten Krankenversicherungen sind durch ihr Leistungsangebot besonders attraktiv. Hier werden noch Kosten übernommen, die bei den Gesetzlichen schon längst nicht mehr erstattet werden. Erinnert sei nur an die Kosten für Zahnersatz oder Sehhilfen.

Folgende Leistungen erbringt eine Private Krankenversicherung:

* Übernahme sämtlicher Krankenkosten der Versicherten (Krankenkosten-Vollversicherung)
* Zusätzlicher Versicherungsschutz für gesetzlich Versicherte (Krankenzusatzversicherung) Übernahme von Kosten, die bei einem Krankenhausaufenthalt entstehen (Krankenhaustagegeld-Versicherung)
* Übernahme von Verdienst- und Einkommensausfällen bei Arbeitsunfähigkeit (Krankentagegeld-Versicherung)
* Übernahme von Kosten, die bei einer medizinischen Behandlung im Ausland bzw. beim Rücktransport angefallen sind (Reisekrankenversicherung)

Welche Leistungen werden von einer Privaten Krankenversicherung nicht übernommen?

Bei folgenden Punkten besteht für die Private Krankenversicherung keine Leistungspflicht:

* Unfälle, Krankheiten und Todesfälle, die aufgrund von Kriegseinsätzen oder Wehrdienst entstanden sind
* Krankheiten und Unfälle, die auf Vorsatz beruhen
* Entziehungskuren und Entziehungsmaßnahmen
* Behandlungen durch Ärzte, Zahnärzte und Heilpraktiker, die von der Versicherung nicht anerkannt sind
* Kur- und Sanatoriumsaufenthalte sowie Rehabilitationsmaßnahmen, falls nicht anders vereinbart
* Ambulante Heilbehandlungen an einem Kurort, falls der Versicherte nicht dort seinen ständigen Wohnsitz hat oder während eines Aufenthaltes eine sofortige Behandlung notwendig ist
* Behandlung von Angehörigen
* Unterbringungskosten für Pflegeheime etc.

Wann beginnt der Versicherungsschutz?

Der Versicherungsschutz beginnt immer mit dem im Vertrag benannten Zeitpunkt, jedoch nie vor Abschluss des Vertrags. Private Versicherungen halten sich Sonderreglungen vor, so genannte Wartezeiten. Damit sichern sich die Versicherungen vor Falschangaben etc. ab. Die Wartezeit entfällt bei einem Wechsel von einer gesetzlichen oder einer privaten in eine andere private Versicherung und bei Vorlage eines ärztlichen Gutachtens. Ansonsten gelten folgende Wartezeiten:

Allgemeine Wartezeit:

Sie beträgt drei Monate. Während dieser Zeit müssen Arzt- und Apothekenkosten selber gezahlt werden

Besondere Wartezeit:

Sie beträgt acht Monate und gilt für Entbindungen, Zahnbehandlung, Kieferorthopädie und Psychotherapie

Aufhebung der Wartezeit:

Bei Unfällen wird die Wartezeit erlassen. Viele Versicherungen verzichten ebenfalls auf die Wartezeit, wenn der Ehegatte oder ein Kind nachversichert wird.

Was Sie beim Abschluss beachten sollten!

Achten Sie darauf, dass Sie alle Angaben wahrheitsgemäß machen. Ansonsten kann die Versicherung vom Vertrag zurücktreten oder Leistungen nicht erstatten. Außerdem entbinden Sie Ihre Ärzte mit der Unterschrift von der Schweigepflicht. Die Versicherung hält sich vor, bei Ihren behandelnden Ärzten Informationen einzuziehen.

Vergewissern Sie sich, dass alle gewünschten Leistungen auf abgesichert sind. Besonders für solche Leistungen wie Kuraufenthalte, die aus dem regulären Leistungskatalog herausfallen, müssen extra Verträge abgeschlossen werden.

Krank? Was nun?

Wenn Sie in einer gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied sind, werden Ihre Behandlungskosten direkt zwischen Arzt und Krankenkasse verrechnet. Als privat Versicherter sind Sie Empfänger der Arztrechnung und müssen diese an Ihre Versicherung weiterreichen. In de Apotheke ist in der Regel ein Vorschuss zu leisten, der Ihnen dann erstattet wird.

Beachten Sie, dass bestimmte Bedingungen erfüllt sein müssen, damit die Krankenversicherung die Kosten erfüllt:

* Die Wartezeit muss abgelaufen sein.
* Die Behandlung muss medizinisch notwendig sein.
* Es werden nur Kosten erstattet, die über dem Selbstbehalt liegen.
* Rechnungen müssen der Krankenversicherung im Original vorliegen und bestimmte Angaben enthalten.

Tipps zur Kündigung

Ihre Versicherung können Sie mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten meist zum Ende des Kalenderjahres kündigen. Falls Sie eine Mindestvertragsdauer vereinbart haben, müssen Sie diese natürlich einhalten. Bei Nicht-Kündigung verlängert sich das Versicherungsverhältnis um einweiteres Jahr.

Nach Vertragsabschluss sollten Sie Ihre Unterlagen genau prüfen. Denn Sie haben das Recht, innerhalb von zwei Monaten vom Vertrag zurückzutreten.

Kürzt der Versicherer seine Leistungen oder erhöht er die Beitragssätze ohne Leistungsanpassung, können Sie innerhalb eines Monats nach Zugang des Änderungsbescheids kündigen.

Das Versicherungsverhältnis endet im Todesfall automatisch.